Damals Breslau - Heute Wroclaw

Sicher weisst du, dass die Stadt Wroclaw frueher einmal Breslau hiess und eine der bedeutendsten preussischen Staedte war. Viele Menschen westlich der deutsch-polnischen Grenze benutzen noch immer den alten, den deutschen Namen Breslau, wenn sie von Wroclaw sprechen. Die meisten Deutschen wissen ueber diesen Teil der Wroclawer Geschichte Bescheid. Trotzdem wollen wir auf dieser Seite ein paar geschichtliche Fakten praesentieren.

Zuerst stand Wroclaw unter der Herrschaft der polnischen Piastkoenige, aber schon im 13. Jahrhundert waren die deutschen Siedler die staerkste Bevoelkerungsgruppe in der Region. Sie halfen die Stadt nach dem Durchmarsch der Hunnen wiederaufzubauen und verwandelten sie in ein bluehendes Handelszentrum. In den nachfolgenden Jahrhunderten wuchs Wroclaw weiter, abwechselnd unter boehmischer und oesterreichischer Herrschaft. 1741 eroberte Friedrich II es und nannte es offiziell um in Breslau, obwohl der germanische Name schon lange Zeit vorher in Gebrauch war. Waehrend der naechsten 200 Jahre wurde die Stadt zunehmend deutscher, aber erst in den Jahren nach der Machtergreifung der NSDAP wurde ein aggressive Eindeutschungspolitik verfolgt. Bereits 1938 war die gesamte polnische Bevoelkerung aus der Stadt vertrieben worden, ebenso wie zwei Drittel der Juden.

Waehrend des 2. Weltkrieges wurde ein neues, blutiges Kapitel geoeffnet. Breslau war die letzte Bastion des Deutschen Reiches im Kampf gegen die sowjetischen Truppen. Von Hitler die Breslauer Festung genannt war die Stadt Schauplatz eines 14-woechigen Angriffs, der 170000 Zivilisten, 6000 deutsche und 7000 sowjetische Soldaten das Leben kostete. Schliesslich erfolgte die deutsche Kapitulation, als letzte des Deutschen Reiches, ganze vier Tage nach der Berlins am 6. Mai 1945. Die Stadt war zu diesem Zeitpunkt kaum mehr als eine gigantische Ruine, ueber 70% waren zerstoert. Die wenigen deutschen Ueberlebenden waren der Gnade der Roten Armee ausgeliefert. Einige konnten westwaerts fliehen, die Zurueckbleibenden waren den Pluenderungen, Vergewaltigungen und dem Terror der Roten Armee in ihrem Siegesrausch ausgesetzt.

Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg wurde Polen de facto nach Westen verschoben. Dies geschah auf Stalins Anregung, denn dadurch wurden ehemals polnische Staedte wie Wilno (Vilnius) und Lwow (Lviv) der Sowjetunion zugesprochen. Als Entschaedigung erhielt das neue Polen ehemalige deutsche Staedte wie Breslau. Daraufhin wurden die wenigen noch in dieser Region lebenden Deutschen vertrieben und in Deutschland neu angesiedelt. In den nun polnischen Gebieten liessen sich tausende polnischer Fluechtlinge aus der heute ukrainischen Region Lviv nieder. Und natuerlich bekam Breslau seinen alten polnischen Namen, Wroclaw, wieder.

Das alles scheint erst einmal ein wenig verwirrend. Aber es ist eigentlich ganz einfach! Die menschenleere und zerstoerte Stadt Wroclaw bekam ihre neuen Einwohner aus den Gebieten um Lwow. Die dortigen Polen mussten ihre Heimat verlassen, da dieses Gebiet der Sowjetunion zugesprochen wurde. Sie zogen in die zerstoerte deutsche Stadt Wroclaw. Alles in dieser Stadt erinnerte die Neuankoemmlinge an die Nazis und deren Schreckensherrschaft, die deutschen Strassennamen, Monumente, Inschriften und Strassenschilder. Dazu kamen der Verlust der Heimat Lwow und des Eigentums. All dies machte die Situation in Wroclaw unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg nicht einfach.

In den folgenden Jahren wurde in Wroclaw Wiederaufbauarbeit geleistet, in sowohl physischer als auch psychischer Hinsicht. Viel Zeit und Muehe wurden investiert um Wroclaw zu einer polnischen Stadt zu machen, die endlich nach langer Zeit und der abstossenden Naziherrschaft an die rechtmaessigen Einwohner, die Polen, zurueckgelangt ist. Das entspricht natuerlich nicht dem wahren Mix der Kulturen und der wechselvollen Geschichte dieser Stadt. Viel Geld wurde ausgegeben um Wroclaw zu entdeutschen, dass heisst die Entfernung aller deutschen Schilder und Inschriften. Danach begann der Wiederaufbau der wunderbaren Bauten aus dem 13. Jahrhundert, die diese Stadt einst zierten. Nach diesen Arbeiten erscheint Wroclaw jetzt wieder als stolze und wunderschoene polnische Stadt.

Die Schatten der Vergangenheit lassen sich jedoch nicht abschuetteln. Unter der lebhaften und freundlichen Oberflaeche brodelt die wechselvolle Geschichte. Der Umgang mit den deutschen Breslauern nach dem 2. Weltkrieg stellt das polnische Opferempfinden in Frage. In Polen ist das Gefuehl, staendig Aggressionen von aussen zu begegnen, stark verbreitet. Diskussionen ueber eigenes Fehlverhalten werden dadurch selten gefuehrt. In Wroclaw loest man diesen Zwiespalt mit Angeboten fuer Heimattourismus. Deutsche, die frueher in Breslau lebten, werden willkommen geheissen sich ihre alte Stadt, ihre alten Haeuser, ihre alte Heimat anzuschauen. Das Gewissen der Wroclawer wird beruhigt mit den Argumenten, dass der Umgang der Deutschen mit den Polen insgesamt noch viel schlimmer war, als der der Polen mit den deutschen Breslauern. Ausserdem sind die Polen damals selbst aus ihrer Heimat Lwow vertrieben worden. Mit diesen Argumenten will man Vorwuerfen bezueglich der Behandlung der deutschen Fluechtlige aus Wroclaw begegnen. Hier muss man allerdings im Gedaechtnis haben, dass nur etwa 20% der polnischen Neuankoemmlinge in Wroclaw aus Lwow kamen. Der Grossteil kam stattdessen aus Warszawa und Poznan.

Trotz all dieses geschichtlichen Ballasts, oder vielleciht auch gerade deswegen, ist Wroclaw eine entspannte und zukunftsorientierte Stadt. Es herrscht ein Gefuehl der Einvernehmlichkeit zwischen Deutschen und Polen die Vergangenheit ruhen zu lassen. Keiner haelt dem Andern die Fehler der Vergangenheit vor, denn es wuerde ja doch nichts aendern an der Realitaet. Stattdessen schaut man gemeinsam erwartungsvoll in die Zukunft. Trotzdem leben die Erinnerungen fort. Viele der deutschen Besucher Wroclaws suchen nach kleinen Spuren der Vergangenheit, ihrer eigenen Vergangenheit, in Wroclaw.

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Danke an die polnische Nachkriegsgeneration........
Ihr habt nach der enormen Zerstörung wieder eine ganze Menge wieder aufgebaut und restauriert.....macht weiter so

reviewed by Jo Wega from Germany on Nov.28.2011

In der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. (späte Bronzezeit) gehörte Schlesien zur Lausitzer Kultur. Deren Träger werden von einigen tschechischen und polnischen – weniger dagegen von deutschen – Wissenschaftlern als Vorfahren der Slawen angesehen. Diese Wissenschaftler stehen damit quer zur üblichen Annahme, die Slawen seien im 5. und 6. nachchristlichen Jahrhundert aus den Gebieten zwischen Dnepr und Bug nach Westen gewandert. Um die Zeitenwende wurde Schlesien von Silingern, Vandalen, Lugiern und anderen germanischen Völkern besiedelt. Für diesen Zeitabschnitt sind Schriftzeugnisse antiker Autoren fassbar, die das Gebiet in ihre Berichte über den als Magna Germania bezeichneten Siedlungsraum zwischen Rhein und Weichsel einbezogen.

reviewed by from United States on Nov.19.2011

Breslau heisst heute Wroclaw und ist polnisch, das ist eine Tatsache und daran ist nichts zu ändern. Polen ist heute ein Teil der EU und das ist gut so !
Tatsache ist jedoch auch, dass Breslau bis 1945 eine deutsche Stadt und ein Teil Deutschlands war und das über viele Generationen. Nach 1945 wurden die deutschen Einwohner der Ostgebiete gewaltsam und brutal vertrieben, so wie zuerst nach den deutschen Eroberungen 1939 auch Polen zum Teil gewaltsam aus Ihrern Häusern und Ihrer angestammten Heimat vertrieben wurden.
Vetreibung ist heute wie damals ein brutales Verbrechen gegen die Menschlichkeit und auch im Nachhinein mit nichts zu erklären oder zu rechtfertigen. Ob von Deutschen begangen oder von Polen, Tschechen oder sonst jemandem. Diese Erkenntnis wird heute leider allzuoft verdrängt und mit zweierlei Mass gemessen.

Die Deutschen bekommen diese Schuld (mit Recht !) immer wieder vorgehalten oder aufgezeigt. Aber erst wenn auch alle anderen "Vertreiber" und Vergewaltiger die ihr Staatsgebiet auf Kosten und durch das Blut anderer Völker erweitert haben dieses für sich so erkennen ist die Grundlage für eine ehrliche und dauerhafte Aussöhnung und Miteinander gegeben.

Alles andere wäre Heuchelei oder Verdrehung der Tatsachen. Zu einem Konflikt gehören immer mindestens zwei. Wenn nur einer immer die ganze Schuld auf sich nehmen soll ist das nicht richtig.

Mein Apell daher an alle die einmal vertrieben haben und dabei Menschenopfer leichtfertig in Kauf genommen haben: Gebt vor euch selbst und dann auch vor dem Rest der Welt zu dass es ein Verbrechen ist andere Menschen aus Ihrer angestammten Heimat zu vertreiben. Und sagt dass es euch Leid tut was passiert ist.

Wir Deutschen haben die Pflicht dies täglich zu tun und tun es auch.

Wenn ihr anderen es ebenfalls tut und nicht heute noch dieses geschehene Verbrechen als legitim (Benes Dekrete) und als ein Ergebnis des Krieges betrachtet wird es euch das Herz erleichtern und Europa wird erst dann eine echte Chance haben (nicht nur wirtschaftlich)zusammenzukommen.



Da das alte Unrecht nur noch mit einem schlimmeren neuen Unrecht wieder rückgängig gemacht werden könnte darf es kein Thema mehr sein Grenzen erneut in Frage zu stellen.
Es geht hier nicht um Vergangenes sondern um die gemeinsame Zukunft in Frieden, gegenseitigem Respekt und Verständnis. Die Grundlage für all dies ist ein ehrlicher Umgang mit der eigenen Geschichte.

reviewed by Michael from Germany on Aug.09.2011

Ich sollte dazu sagen, mein Vater kommt aus Neu-Schlesing (ehem. Neu-Schliesa), deshalb mein Bezug zu Breslau.

reviewed by Dirk from Germany on Jul.29.2011

Ich bin doch erstaunt, wie sehr Breslau (ich benutze den Namen, weil mein verstorbener Vater ihn immer benutzte), in den Köpfen vieler älterer Menschen herumschwirrt. Ich finde es einfach müßig darüber zu reden, was man hätte machen sollen und wem was gehören sollte. Heutzutage sollte es um eines gehen, Frieden und gegenseitige Hilfe und Achtung. Niemand hat sich im Krieg mit Ruhm bekleckert und war besser als der andere, will sagen, Krieg ist immer abartig und durch nichts zu rechtfertigen. Meine Schwiegereltern kommen aus Danzig und dort hört man auch ständig, was alles wieder deutsch sein sollte. Mein Gott, es ist wie es ist und wir können uns allesamt glücklich schätzen, dass es uns, egal ob Polen oder Deutsche, so gut geht.

reviewed by Dirk from Germany on Jul.29.2011

Vertriebene sind selbstverständlich Opfer. Mein Bekannter musste selbst aus Ostpreußen vor den Russen flüchten. Indem aber manche der Vertriebenen ihren Kindern von Generation zu Generation nur Hass predigen anstatt Versöhnung, werden sie aber selbst zu Tätern. Mein Bekannter fühlt gegen die Polen kein Groll. Im Gegenteil. Er fährt jährlich in seinen Geburtsort, um die polnischen Leute, die auf seinem ehemaligen Hof leben, dort zu besuchen. Er hat in den Polen Freunde gefunden und es ist für ihn selbstverständlich, dass der Hof nun den Polen gehört. Wer dies nicht akzeptiert, bleibt ein ewig Gestriger. Aber ein Trost bleibt: mit der Zeit siegt die Vernunft und nicht der Hass.

reviewed by Marianne from Germany on Jul.13.2011

Wer sagt, dass Breslau/Wroclaw heute völkerrechtlich noch zu Deutschland gehört, hat von Völkerrecht keine Ahnung bzw. verdreht die Realität. Seit Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze gehört die Stadt zu Polen (dies ist unter den Juristen unstreitig). Die Anerkennung ist völkerrechtlich bindend (vgl. Ipsen, Völkerrecht).

reviewed by Heinrich from Germany on Jul.13.2011

Wieso kann man mit Polen vernünftiger darüber sprechen als mit den verklemmten, politisch immer korrekten Deutschen. Die Steine in Breslau sprechen deutsch. Vor 800 Jahren standen dort nur wenige Lehmhütten. Bei der Volksabstimmung 1920 votierten 500.000 Einwohner für Deutschland und 20.000 für Polen. Die Polen sind aber in großen Gemeinden in den neu gegründeten polnischen Staat ausgewandert. Es ist eindeutig, Breslau war deutsch und völkerrechtlich ist es das auch heute noch. Die Vertreibung der Breslauer, aller Schlesier und Ostdeutschen ist ein Verbrechen an den Völkern. Als ich erstmals 1984 in Breslau war, kamen mir viele Polen freundlich entgegen, denn wir hatten eine gemeinsame Bedrohung, die Sowjets! Wer heute immer noch die Holocaust-Keule schwingt ist selbst ein Faschist!

reviewed by Kind zweier Vertriebener from Germany on Jun.15.2011

Erstmal einen Gruß an alle,

es ist einfach einem Volk die Schuld an Krieg und Elend unterzujubeln, da ist es egal welches Volk das nun sein mag. Zum Glück wissen wir heute das nicht die Völker Täter sind, sondern Opfer eines kranken Systems.
Dieses System wird von eineigen wenigen Machtbesessenen Tyrannen gesteuert und zielt darauf ab freie Völker zu unterjochen, zu versklaven und wenn nötig einfach auszurotten.

Also streitet euch nicht, ändern lässt es sich nichtmehr aber wir können daran arbeiten das sich diese Geschichte nicht wiederholt.

reviewed by Heidenspass from Germany on May.09.2011

The last comment from Slunzok is wrong. Wroclaw wasn't German from the middle age!!!!! The beginnings of the city are difficult as in this part of Europe countries were just forming. We know that in the time 1000 – 1327 for most of the time Wroclaw and the region belonged to the Polish Kingdom. Than 1327 – 1526 for most of the time – belonged to Czech’s . 1526 – 1741 – Habsburg’s Monarchy (we would say Austria today). And starting from 1741 was Prussian (later German). So please do not tell that for most of the time Wroclaw was German as this is not true!!! The city has over 1000 year history which was very lively and reach in lots of events! The German period had about 200 years out of 1000!

reviewed by Bernard from Czech Republic on Apr.21.2011

Good article! As for the comment by another user here. Breslau was majorily a German city from Medieval Ages, however it had a local Polish-Silesian minority that only went germanised in XVIIIth century. Up until 1700s whole countryside in the neighbourhood of Breslau on both banks of the Oder from Kanth all the way to Ohlau, Brieg and Oppeln spoke Polish. Even in XIXth century there were Polish-speakign villages near Breslau (like Zottwitz where Polish masses were abolished in 1848).

reviewed by Slunzok from United States on Apr.18.2011

Sehr geehrte Frau Dorothea

Sie müssen eine verbitterte und frustrierte Frau gewesen sein und von der Geschite der Stadt Breslau keine Ahnung haben. Ebenfalls scheinen Sie nicht zu wissen, wer den Zweiten Weltkrieg angezettelt und wer auf dem Rückzug die polnischen Gebiete geplündert und zerstört hatte. Kochen Sie weiter in Ihrer braunen Suppe, die schmeckt Ihnen sicher gut.
Gott seit Dank, dass die Bevölkerung Wroclaws von Ihrer Suppe nicht essen wollen. Ebenfalls danke an die Polen, die dazu beigetragen haben, dass diese wunderschöne Altstadt nach alten Plänen wieder aufgebaut und restauriert wurde.
Frau Dorothea, Sie sind einfach wiederlich und ich hoffe, Sie kommen nie wieder nach Wroclaw. Solche Besucher will man dort nicht!

reviewed by Lüthi aus Zürich from Switzerland on Apr.18.2011

gefällt mir :)

reviewed by doro from Germany on Apr.07.2011

das ist ja furchtbar interessant.

reviewed by fuuu from Germany on Dec.02.2010

Liebe Leser dieser Nachricht,

ich war letzte Woche zum ersten Mal in meinem Leben in Breslau. Lang hat es gedauert, bis ich dieses Vorhaben verwirklichen konnte, weil ich meine Mutter mitnehmen wollte und die war von meiner Idee nicht sonderlich begeistert. Meine Mutter wurde dort im Jahr 1938 geboren und kann mir nicht mehr viel davon berichten, was dort war oder was genau geschehen ist. Manchmal denke ich, sie hat es einfach verdrängt, weil es zu weh getan hat, alles aufzugeben und irgendwo in Deutschland wieder Fuß zu fassen. Das Leben hatte für meine Familie nun mal nichts anderes vorgesehen, auch wenn sie es sich sicher anders gewünscht hätten, weil sie für die Entscheidungen dieser Zeit sicher nichts konnten, aber dafür herhalten mussten.

Ich weiß nicht genau, wann meine Familie, sprich meine Mutter, meine Oma und meine Onkels fliehen musstsen. Meine Oma starb bereits 1953, so dass ich sie nie kennenlernen konnte. Ihre Schwester, also meine Großtante, starb 1977. Ich war damals zu jung und in meinem Leben war kein Platz für das Interesse an meiner eigenen Geschichte.

Mein noch lebender Onkels (der sogar jünger ist als meine Mutter) kann sich noch an viel mehr Dinge erinnern als meine Mutter selbst. So richtig weitergebracht hat es mich eigentlich nicht. Dennoch hat es mich schon lang nach Breslau gezogen und ich bin froh, dass ich die Reise nun endlich verwirklicht habe. Ich finde, es ist eine wunderschöne Stadt. Ich werde mich sicher zukünftig noch mehr damit beschäftigen, was dort wirklich geschah, vor allem mit meiner eigenen Familie. Dazu war eigentlich jetzt viel zu wenig Zeit. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Keine Ahnung, was es ist, aber ich fühle mich irgendwie da hingezogen, warum auch immer.

Ich bin nicht der Typ, der gerne in den Urlaub fährt, aber nach Breslau würde ich gleich wieder fahren. Noch heute würde ich meine Koffer packen und weg.

Es hat mir auch irgendwie zu denken gegeben, als wir durch die ehemalige DDR gefahren und dann in Breslau angekommen sind. Das alles war mal Deutschland. Unglaublich aber wahr! Und doch auch längst vorbei. So ist das halt. Mein Vater war aus Thüringen, also auch ein Flüchtling, wenn auch ein mehr oder wenig Freiwilliger. Dinge ändern sich einfach im Laufe der Geschichte, auch wenn es noch so weh tut.

Ich bin froh, dass ich wenigstens jetzt zusammen mit meiner Mutter Gelegenheit hatte, diese wunderschöne Stadt anzusehen und mit ihr die Plätze aufzusuchen, an denen sie wohl in ihrer Kindheit war, auch wenn sie sich nicht mehr richtig daran erinnern kann oder mag.

Es ist, wie es ist. Nur die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat es mir überhaupt möglich gemacht, zusammen mit meiner Mutter da hinzufahren, ohne große bürokratische Hürden zu überwinden. Das ist doch auch echt was wert, dass das jetzt so einfach geht. Die Vergangenheit kann man eh nicht mehr ändern. Wer hätte sich vor Jahrzehnten vorstellen können, dass das überhaupt möglich ist ohne Umstände nach Breslau zu fahren? Ich freue mich, dass ich Gelegenheit hatte, das zusammen mit meiner Mutter zu erleben und komme mit Sicherheit irgendwann wieder mal da hin. Einfach nur, weil ich diese Stadt (egal, wem sie je gehört hat, gehören wird oder gehört) wunderschön finde.

Liebe Grüße S.

reviewed by Sonja from Germany on Aug.25.2010

Ich habe in meinem Kommentar nicht einmal gesagt, dass die Polen an irgendetwas Schuld sind, oder?! Ich habe lediglich geäussert, dass es eine Schande ist, wie die Polen mit dem Hab und Gut der ehemals deutschen Gebiete umgeht. Sie wissen es nicht zu schätzen. Wenn ihr alle so schlau seid wie ihr tut, dann müsstet ihr euch ja in Polen auskennen und wüsstet, wie es dort aussieht. So hat dreckig und runtergekommen hat es definitiv nicht ausgesehen, als noch Deutsche da wohnten! Das ist meine Meinung und das ist auch eine Tatsache. Das hat mit einer rechten Meinung nicht viel zu tun. Dass uns so viel Land genommen wurde, dafür können die Polen nix, das habe ich auch nie gesagt, die wurden teilweise ja auch nur vertrieben. Aber wwarum? Weil Russland mehr Land wollte. Das war meine Aussage, also kommt mal alle wieder runter und lest euch Texte genauer durch bevor ihr schlaue Kommentare abgebt!!

reviewed by Dorothea from Germany on Jun.30.2010

Wroclaw/Breslau eine wunderschöne Stadt, immer noch trotz der Zerstörung ist die Stadt immer noch eine schöne Stadt. Wer trägt Schuld und Schuld woran…
Wir kennen alle die Abläufe des zweiten Weltkrieges und ich gebe als deutscher offen zu, es tut schon manchmal weh, wenn ich circa alle acht Wochen in Breslau bin und die alten Gebäude sehe und mir vorstelle, mein Gott hier haben überall Deutsche gelebt! Wenn ich von der Autobahn abfahre Richtung Zentrum ärgere ich mich jedes Mal wenn ich am russischen Militärfriedhof vorbei fahre. Ich frage mich dann, wo wird den deutschen Soldaten gedacht, die in Ihrer eigenen Stadt gefallen sind! Aber wofür sind Sie eigentlich gefallen, für einen Verführer, der unsere Zivilbevölkerung großzügig mitgeopfert hat und UNSERE Soldaten wie in Stalingrad und anderswo zu tausenden verheizt hat!
Aber all dies ist nicht die Schuld der Polen. Wer dies glaubt hat sich mit der Geschichte nicht beschäftigt und interessiert sich nur für einseitige Meinungsmache! Unser schönes Breslau ist heute Wroclaw und die Polen die heute dort leben, haben die Stadt lieben gelernt wie einst „wir“. Trost finde ich in den vielen Freunden die ich in all den Jahren in Wroclaw gefunden habe und von denen ich sagen muss, dass Sie über Jahre hinweg immer gute Freunde waren und sind. Ich wende mich der Zukunft zu ohne jedoch aus meiner Seele eine Löwengrube zu machen. Meine Freunde kennen meine Gedanken und tolerieren diese, wie ich die heutigen Gegebenheiten toleriere. Die ewig gestrigen sterben aus und da ich nun eine kleine Wohnung in Wroclaw gekauft habe fühle ich mich auch ein bischen als Neubreslauer!
Ich freue mich auf die Europameisterschaft in Polen in meinem Breslau/Wroclaw.
Wie schon gesagt manchmal mit ein wenig Wehmut jedoch auch als stolzer Neubreslauer mit meinen Freunden in Wroclaw…

reviewed by Michael from Germany on May.19.2010

@ Dorothea (und die anderen Zurückgebliebenen)

Solche Kommentare können einen nur wütend machen. Ja, Breslau war vor dem Krieg eine deutsche Stadt mit einer polnischen und eine tschechischen Geschichte. Genauso wie Lwow (Lemberg) oder Wilno (Vilnius) polnische Städte mit ukrainischer und litauischer Geschichte waren. Aus diesen Städten kamen die polnischen Vertriebenen nach 1945. Auch sie haben ihre Heimat verloren und daran waren, da gibt es nichts zu reden, die deutschen "Herrenmenschen" schuld.

Dorothea, du schreibst, dass du kein Nazi bist und auch nicht rechts - ich frage mich aber, was bist du dann, wenn dein Kommentar nach einer Abgeordneten der NPD klingt? Du bist einfach widerlich - um es ganz deutlich zu sagen. Vom gegenwärtigen Polen hast du keine Ahnung und solltest lieber deinen Mund halten.

reviewed by kemot from on May.13.2010

Sehr geehrte Dorothea!
Im 1945 Breslau lag im Trümmer. 68% der Bebauung war ganz zerstört. Wer war Schuld daran? Die in die Stadt kommenden polnische Siedler? Die völlig zerstörte Stadt kapitulierte am 6. Mai 1945, 4 Tage nach der Kapitulation Berlins. Können Sie mir sagen, wer im Februar 1945 wurde Breslau zur „Festung Breslau“ erklärt ? Auch Polen? Man muss wissen, dass Schlesien nach dem zweiten Weltkrieg kein Arkadien war und die deutsche Bevölkerung wurde aufgrund der internationalen (Jalta, Potsdam) Verträge vertrieben. Polen hatten doch nichts zu reden.

reviewed by Jacek from Polska on May.09.2010

Liebe Freunde - ich sage es euch, wie es ist. Breslau ist eine deutsche Stadt, genau wie Kolberg, Danzig usw. Es ist eine Schande, dass das ehemals deutsche Gebit an die Polen abgegeben wurde. Würden die es wenigstens zu schätzen wissen könnte man das noch eher tolerieren, aber wenn man sich mal anschaut was aus den betroffenen Gebieten im Laufe der Jahre geworden ist, muss man feststellen, dass die Polen einfach nur Schweine sind. Es ist dreckig, grau und hat mit Schönheit nix mehr zu tun. Aber am schlimmsten sind sowieso die Russen, die ma garkeinen Anspruch auf irgendein Stück Land hatten, und nur wegen denen ist es gekommen, wie es gekommen ist. Die deutschen Familien, die über Generationen dort gewohnt haben, und über Nacht ALLES zurücklassen mussten, haben keine Schuld an dem Krieg und sind am schlimmsten betroffen. Das ist alles eine Schande! Ich bin kein Nazi oder habe nur rechte Ansichten, aber das sind grundlegende Dinge, die einfach mal garnicht gehen. Schweinerei!

reviewed by Dorothea from Germany on Apr.08.2010

Die deutschen Ostgebiete waren und sind deutsch. Man kann über 800 Jahre Geschichte nicht einfach auslöschen. Die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie war ein Verbrechen am deutschen Volk, insbesondere an den Einwohner Preussens, Schlesiens, Pommerns... Aber das interessiert heute niemanden mehr. Schade so wird die Geschichte unserer Ostgebiete wohl bald vergessen sein.
MfG

reviewed by Vertribener from Germany on Feb.23.2010

ich finde auch, die damalige Bundesregierung hätte der Festsetzung der Oder-Neiße-Grenze nie zustimmen sollen. Immerhin war Breslau, sowie Preußen eben deutsch und sollte deutsch bleiben. Die Polen hatten nur die Sowjets und die West-Allierten auf ihrer Seite. Ohne deren Druck auf die deutsche Regiereung "Wenn ihr die ehem. DDR wollt verzichtet auf die restlichen Gebiete" wäre der Besitzanspruch warscheinlich wieder an Deutschland gefallen.

ABER lassen wir den Polen doch die ehem. deutschen Gebiete. Unser Land ist gut so wie es ist und wir werden trotzdem erfolgreicher sein als unsere lieben Nachbarn ;)

reviewed by Norman from Germany on Jan.16.2010

"2161 in Breslau feiern"
obs dann noch was zu feiern gibt?

reviewed by Blazkowiz from Germany on Dec.03.2009

Eine sehr einseitig polnische Sicht der Dinge: Breslau war seit dem 14. Jahrhundert eine fast rein deutsche Stadt, seit dem 16. Jahrhundert gab es eine einzige Kirche in der Stadt, inder noch polnisch gepredigt wurde (weil es praktisch keine polnisch sprechenden Breslauer mehr gab). Wie kann man unter diesen Umständen so tun, als sei 1945 eine quasi polnische Stadt an Polen "zurückgegeben" worden? Die Polen wissen sehr genau, dass das nicht der Wahrheit entspricht, aber sei's drum. Der deutsche Volksmund sagt: "Unrecht Gut gedeihet nicht!" Warten wir ab, wie es unseren übermütigen polnischen Freunden damit weiterhin ergehen wird. Den 900. Jahrestag der Neugründung nach Magdeburger Stadtrecht werden jedenfalls WIR anno 2161 in Breslau feiern!

reviewed by German Schlesinger from Germany on Oct.02.2009

Lieber Dirk, benutz' mal Deinen Verstand und sieh' der Realität ins Auge. Und der Geschichte.

Polen ist heute in der EU und in der NATO und beides ist gut so. Wroclaw ist eine polnische Stadt.

Eine "Rückgabe" (an wen eigentlich?) dient niemandem mehr.

reviewed by Christian from Germany on Aug.21.2009

Rückgabe !!

reviewed by Dirk from United States on Nov.21.2008

Sehr geehrte Verfasser der
Geschichte Breslaus !

Ich bin 1942 in Breslau geboren, also zu jung um mich an das alte deutsche Breslau zu erinnern. Ich war jetzt dort und bin sehr beeindruckt.
Meine Gefühle in Breslau waren sehr gemischt, Stolz auf die Stadt, die ein Teil von mir ist, Traurigkeit über den Verlust, da ich mich trotz aller Verbrechen und Schuld der Nazis als Deutscher mich Breslau verbunden fühle.
Bewunderung über den engagierten ja liebevollen Wiederaufbau der Stadt durch Polen. Solidarität mit den Polen, die auch unter der Vertreibung und Umsiedlung gelitten haben.

Ihre Beschreibung der Geschichte ist um
Objektivität bemüht und versöhnlich, was
auch meinen persönlichen Erfahrungen mit
Polen in Breslau entspricht.

Sie haben es richtig gesagt, die Chance
für Polen und Deutsche, Breslauer aus beiden Ländern liegt in der Zukunft und
in Europa. Es macht mich glücklich, daß
ich den Beginn der deutsch-polnischen
Aussöhnung noch erleben darf sowie sie
auch mit Frankreich gelungen ist.

Mit herzlichen Grüssen

Wolfgang Balzke

Geboren in der ul. Szczesliwa 14
in Wroclaw


reviewed by wolfgang Balzke from Germany on May.02.2008